Die anhaltend schwierige Marktlage auf dem internationalen Whiskymarkt hinterlässt zunehmend Spuren bei den Herstellern. Nun hat auch Ian Macleod Distillers, Eigentümer der schottischen Destillerien Glengoyne, Tamdhu, Rosebank und Laggan Bay, auf die rückläufige Nachfrage reagiert und seine Produktionsstrategie angepasst.
Deutliche Reduzierung bei Glengoyne und Rosebank
Wie aus dem aktuellen Geschäftsbericht hervorgeht, wird die Whiskyproduktion in den Destillerien Glengoyne und Rosebank um nahezu ein Drittel reduziert. Mit dieser Maßnahme reagiert das Unternehmen auf die weltweit schwächere Nachfrage nach Scotch Whisky.
Bei Tamdhu bleibt die Produktion hingegen auf dem derzeitigen Niveau. Allerdings war die Brennleistung dort bereits zuvor aufgrund umfangreicher Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen reduziert worden, sodass vorerst keine weiteren Einschnitte geplant sind.
Umsatz und Gewinn unter Druck
Der Jahresabschluss für das bis September 2025 laufende Geschäftsjahr zeigt, dass sich die Marktschwäche deutlich in den Geschäftszahlen widerspiegelt.
- Der Umsatz sank um 9 Prozent auf 118 Millionen Pfund.
- Der Gewinn nach Steuern brach sogar um 53 Prozent auf 5,46 Millionen Pfund ein.
Als Gründe nennt das Unternehmen vor allem die unterschiedliche Entwicklung der internationalen Märkte. Während sich das Nordamerika-Geschäft positiv entwickelte, gingen die Verkäufe in Asien und Europa weiter zurück. Besonders schwierig bleibt zudem das Geschäft mit Fassware sowie älteren Single Malts und Einzelfässern im britischen Handel.
Rosebank hatte bereits erste Maßnahmen ergriffen
Die Produktionskürzungen kommen nicht überraschend. Bereits im vergangenen Jahr hatte Ian Macleod Distillers bei Rosebank die Öffnungszeiten des Besucherzentrums reduziert und Personal abgebaut. Die aktuellen Maßnahmen sind somit Teil einer längerfristigen Anpassung an die veränderten Marktbedingungen.
Ein Trend, der die gesamte Whiskybranche betrifft
Ian Macleod Distillers steht mit diesen Entscheidungen nicht allein. Zahlreiche Whiskyhersteller reagieren derzeit auf eine nachlassende Nachfrage und hohe Lagerbestände. Selbst außerhalb Schottlands zeigt sich diese Entwicklung: So kündigte die österreichische Destillerie Haider, die älteste Whiskybrennerei des Landes, kürzlich an, die Produktion vollständig einzustellen und sich künftig auf den Verkauf ihrer bestehenden Lagerbestände zu konzentrieren.